
Stobag Wintergarten Test 2026
gehoben·Muri (Aargau), Schweiz (STOBAG AG, Pilatusring 1, 5630 Muri AG, Handelsregister UID CHE-105.965.425)·seit 1964

Wintergartenliebhaber-Testurteil
Stärken
- 60 Jahre Firmengeschichte (gegründet 1964) als familiengeführtes Unternehmen, heute in dritter Generation unter CEO Alain Michel
- Internationale Aufstellung mit rund 750 Mitarbeitenden an sechs Produktions- und Vertriebsstandorten in 18 Ländern sowie mehr als 1.000 Fachpartnerbetrieben weltweit
- Mehrfach designprämiert: Red Dot Design Award, iF Design Award und German Design Award zwischen 2017 und 2024, zuletzt 2024 für VIVO, BAVONA und VETRO FINO gleichzeitig
- Breites, technisch ausgereiftes Programm von der Gelenkarmmarkise VIVO über die ZIP-geführte Vertikalbeschattung VENTOSOL bis zum bis 160° schwenkbaren Lamellendach BAVONA
- Keine Insolvenz- oder Liquidationshinweise gefunden, deutscher Produktionsstandort Wutöschingen zuletzt 2024 erweitert – klares Gegenteil eines wirtschaftlich angeschlagenen Herstellers
Schwächen
- Keine einzige öffentlich einsehbare Preisangabe auffindbar – Hersteller-Website und alle geprüften Fachpartner verweisen ausnahmslos auf individuelle Angebote
- Dünner, über mehrere Portale verstreuter Bewertungskorpus: je nach Quelle 3,8 bis 4,4 von 5 Sternen aus nur 11 bis 77 Bewertungen für den Hauptsitz, keine große D2C-Bewertungsplattform
- Dokumentierter Reklamationsfall (konsument.at, 2018): Ersatzteile für eine rund neun Jahre alte Markise waren entgegen erster Zusage nicht mehr verfügbar
- Verwirrende Doppelstruktur in Deutschland (eigene Tochtergesellschaften vs. Kooperationspartner Klaiber) erschwert Endkunden die Einordnung, wer im Streitfall Vertragspartner ist
- Reines Fachpartner-Vertriebsmodell ohne eigenen Online-Konfigurator mit Preisanzeige – Beratungs- und Montagequalität hängt stark vom jeweiligen Partner ab
Unser Fazit
Stobag liefert nach 60 Jahren Firmengeschichte ein technisch breites, mehrfach designprämiertes Sonnen- und Wetterschutzprogramm mit belastbarer internationaler Basis (750 Mitarbeitende, sechs Standorte, 18 Länder) und einer seit mindestens 2009 belegbaren, aber gesellschaftsrechtlich eigenständigen Kooperation mit dem deutschen Partner Klaiber. Redaktionelle Gesamteinschätzung 3,6/5, gestützt auf die Auswertung mehrerer Bewertungsquellen (3,8 bis 4,4 von 5 Sternen je nach Portal, Stand 2026), einen dokumentierten Endkunden-Reklamationsfall sowie Fachpartner- und Herstellerstimmen, mit Abzug für die fehlende Preistransparenz und den im Vergleich zu D2C-Marken dünnen, verstreuten Bewertungskorpus.
Unser Gesamtergebnis
Stobag ist vielen Bauherren in Deutschland gar nicht als eigenständige Marke bekannt, sondern nur über den Umweg eines deutschen Fachpartners – am häufigsten über Klaiber aus Forst/Baden, dessen Lamellendach BAVONA fast wortgleich mit dem Schweizer Original beworben wird. Genau das habe ich in über 15 Jahren Terrassendach- und Wintergartenplanung immer wieder erlebt: Kunden stehen vor einem Angebot, auf dem „BAVONA“ steht, und wissen nicht, ob sie gerade ein deutsches oder ein Schweizer Produkt kaufen – und ob das überhaupt einen Unterschied macht.
Dieser Test ordnet ein, was sich aus Handelsregister, offizieller Stobag-Website, Fachpresse und den tatsächlich auffindbaren Kunden- und Fachpartnerstimmen belegen lässt – inklusive einer sauberen Klärung der Frage, wie Stobag und Klaiber wirklich zusammenhängen.
Wer ist Stobag? Firmengeschichte, Standort und Eigentümerstruktur
Die STOBAG AG wurde 1964 von Ernst Gremaud in Langnau-Gattikon bei Zürich gegründet – der Name steht für „STOren-BAu Gattikon“. Aus dem kleinen Storenbau-Betrieb wurde unter der Führung der zweiten Generation ein international tätiger Sonnen- und Wetterschutz-Hersteller, der heute in dritter Generation von CEO Alain Michel geführt wird, einem Enkel des Firmengründers. Michel steht seit 2018 an der Spitze und treibt seither Digitalisierung und Automatisierung der Fertigung voran.
Der heutige Hauptsitz befindet sich am Pilatusring 1 in 5630 Muri (Kanton Aargau), eingetragen im Schweizer Handelsregister unter der Unternehmens-Identifikationsnummer CHE-105.965.425. Stobag beschäftigt nach eigenen Angaben rund 750 Mitarbeitende (Stand 2025) an sechs Produktions- und Vertriebsstandorten und vertreibt seine Beschattungssysteme über Tochtergesellschaften und Fachpartner in 18 Ländern. Bei der Recherche für diesen Test wurde gezielt nach Insolvenz-, Konkurs- oder Liquidationsverfahren gesucht – anders als bei einigen anderen in diesem Portal geprüften Marken gibt es dafür keinerlei Anhaltspunkte. Im Gegenteil: Der deutsche Produktionsstandort in Wutöschingen wurde laut Handelsregisteränderung zuletzt am 26.02.2024 erweitert, was eher für Wachstum als für wirtschaftliche Probleme spricht.
Designtechnisch hat sich Stobag in den vergangenen Jahren mehrfach auszeichnen lassen: Red Dot Design Award, iF Design Award und German Design Award gingen zwischen 2017 und 2024 an verschiedene Produkte, zuletzt 2024 gleich an drei Linien – VIVO, BAVONA und das Glasdach VETRO FINO.
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Zwei deutsche Kanäle: eigene Stobag-Töchter und die Klaiber-Partnerschaft
Wer in Deutschland auf „Stobag“ stößt, trifft tatsächlich auf zwei ganz unterschiedliche Konstellationen – und genau diese Vermischung sorgt in Foren und Kundengesprächen regelmäßig für Verwirrung.
Erstens betreibt die Stobag-Gruppe in Wutöschingen (Baden-Württemberg) zwei eigene, vollständig zur Gruppe gehörende Tochtergesellschaften: die STOBAG Alufinish GmbH (Pulverbeschichtung und mechanische Bearbeitung von Aluminium, Bahnhofstraße 12-14, 79793 Wutöschingen) und die STOBAG Outdoor Living GmbH (Vertrieb, gleiche Adresse, Amtsgericht Freiburg HRB 727133). Beide sind laut Handelsregister aktiv, die Alufinish-Sparte sammelt auf ProvenExpert rund 4,20 von 5 Sternen aus 23 Google-Bewertungen. Das ist die einzige Konstellation, in der „Stobag Deutschland“ wörtlich stimmt – hier ist die Marke selbst Eigentümerin.
Zweitens gibt es die weit bekanntere Kooperation mit Klaiber aus Forst/Baden. Bereits eine Fachpressemeldung zur Messe R+T 2009 in Stuttgart beschreibt die gemeinsame Standpräsenz von Stobag und Klaiber ausdrücklich als Auftritt „zusammen mit dem deutschen Business Partner, der Firma Klaiber“ – im Zentrum stand damals die gemeinsame Neuheit Resobox BX8000. Diese Formulierung aus einer eigenen Stobag-nahen Pressemitteilung ist bemerkenswert konsistent mit dem, was sich bis heute auf Klaibers eigener Website und bei dessen Fachpartnern findet: eine seit mindestens anderthalb Jahrzehnten dokumentierte, aber gesellschaftsrechtlich unabhängige technische Partnerschaft.
Für die Kaufentscheidung heißt das konkret: Ob Sie ein BAVONA-Lamellendach über einen Klaiber-Fachpartner oder über einen direkten Stobag-Fachpartner beziehen, ändert an der zugrundeliegenden Technik wenig – wohl aber daran, wer im Streitfall Ihr Vertragspartner ist. Fragen Sie im Beratungsgespräch aktiv nach, ob Sie ein Klaiber- oder ein Original-Stobag-Angebot vor sich haben.
Produktprogramm im Überblick
Stobag deckt mit seinem Programm praktisch die gesamte Bandbreite an Sonnen- und Wetterschutz ab – von der einfachen Balkonmarkise bis zum komplexen Lamellendach-Pavillon. Für dieses Wintergarten-Portal sind vor allem die vertikale Beschattung VENTOSOL (auch für Wintergarten-Seitenflächen einsetzbar) und das Glasdach-nahe Lamellendach-Konzept BAVONA relevant.
BAVONA im Detail: das Lamellendach-Flaggschiff
BAVONA ist Stobags technisch anspruchsvollstes Terrassendach-Konzept und in zwei Grundvarianten erhältlich: BAVONA Softtop (TP6100) mit textilem Falttuch für ein leichteres, mediterran anmutendes Erscheinungsbild, und BAVONA Hardtop (Ausbaustufen TP6600 und TP6800) mit bis zu 160 Grad schwenkbaren Aluminiumlamellen. Je nach Quelle werden Breiten ab rund 150 cm bis 600 cm und Tiefen von 200 bis 600 cm genannt – die Konstruktion ist als kubischer Pergola-Pavillon konzipiert, freistehend oder wandseitig montierbar.
Die Top-Ausbaustufe TP6800 kommt laut Hersteller serienmäßig motorisiert, mit optionaler Smart-Home-Anbindung per App oder Sprachsteuerung, dimmbarer LED-Beleuchtung in den Lamellenprofilen sowie optionaler fester oder flexibler Seitenverglasung und zusätzlicher Seiten-/Frontbeschattung. Geschlossen bildet das Lamellendach eine wasserdichte Fläche, das Regenwasser wird über ein in die Pfosten integriertes System abgeleitet. Für die Designleistung gab es 2024 einen German Design Award, TP6800 wurde zusätzlich mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet.
BAVONA: Softtop vs. Hardtop im Überblick
Softtop (TP6100): Textiles Falttuch, leichteste Variante, kein starres Lamellendach – eher mediterranes Erscheinungsbild als technisches Klimasystem.
Hardtop TP6600: Schwenkbare Aluminiumlamellen als Einstieg in die Hardtop-Welt, modular erweiterbar.
Hardtop TP6800: Bis 160° schwenkbare Lamellen, Serienmotorisierung, optionale LED-Beleuchtung und Seitenverglasung – die von Stobag selbst als Premiumstufe positionierte Ausführung.
Aus meiner Beratungspraxis ist genau diese Bandbreite – vom leichten Softtop bis zum voll motorisierten Hardtop mit Verglasung – ein Argument dafür, BAVONA nicht nur als Terrassendach, sondern als möglichen Übergangsbaustein zwischen offener Terrasse und geschlossenem Wintergarten zu betrachten: Mit optionaler Seitenverglasung nähert sich TP6800 funktional einem Kaltwintergarten an, bleibt technisch aber ein Lamellendach ohne die bauphysikalischen Anforderungen einer echten Wintergarten-Konstruktion. Wer stattdessen einen klassischen Wintergarten mit fester Verglasung plant, findet Grundlagen in unserem Ratgeber Wintergarten Beschattung.
VENTOSOL: vertikale Fassaden- und Wintergartenbeschattung
VENTOSOL ist Stobags Antwort auf senkrechte Beschattungsaufgaben – Fassaden, Balkonbrüstungen, aber auch seitliche Wintergarten- und Terrassendach-Flächen, an denen eine klassische Gelenkarmmarkise nicht funktioniert. Kernstück ist eine Reißverschluss-Führungstechnik (ZIP-System), die das Tuch seitlich in Führungsschienen hält und so auch bei Wind eine stabile, blickdichte Fläche erzeugt. Die Variante Ventosol-Lunero erweitert das Programm, Surava und Surava Hide adressieren zusätzlich reinen Blendschutz beziehungsweise eine fassadenintegrierte Variante.
Kunden können zwischen verschiedenen Tuchqualitäten wählen – von lichtdurchlässigen Screens bis zu Blockout-Geweben, die eine nahezu vollständige Verdunkelung ermöglichen. Für Wintergarten-Projekte ist das vor allem dort interessant, wo neben dem Glasdach auch eine große verglaste Giebel- oder Seitenfläche gegen tief stehende Abend- oder Morgensonne geschützt werden muss – eine Aufgabe, die reine Dachbeschattungssysteme nicht lösen. Mehr zur Kombination aus Dach- und Seitenbeschattung liefert unser Ratgeber Wintergarten Beschattung.
VIVO: die klassische Gelenkarmmarkise neu gedacht
VIVO ist Stobags modulare Gelenkarmmarkisen-Baureihe mit der patentierten Trilliant-Teleskoparm-Technik. Michael Lötscher, bei Stobag für die Produktentwicklung verantwortlich, beschreibt die Materialphilosophie dahinter so:
„Das Materialkonzept basiert auf Langlebigkeit. Stabilität und Sicherheit stehen immer im Vordergrund."
Praktisch zeigt sich das an geschmiedeten Bauteilen an hoch belasteten Stellen und einer Schutzhülle für das Tuch. Die Variante VIVO Hide geht noch einen Schritt weiter: Im eingefahrenen Zustand verschwindet die Markise bündig in der Fassade – ein Detail, das bei Neubauten mit cleaner Fassadengestaltung zunehmend nachgefragt wird, bei nachträglicher Montage an Bestandsfassaden aber eine entsprechende Vorbereitung erfordert.
RESOBOX: Großflächen-Kassettenmarkise für Gastronomie und Terrasse
Resobox ist Stobags Kassettenmarkise für große Flächen – bis zu 18 Metern Breite laut Herstellerangabe, konzipiert für Gastronomie, Schaufenster und andere anspruchsvolle Großflächen-Anwendungen. Bemerkenswert: Genau dieses Modell war es, das Stobag und Klaiber 2009 gemeinsam auf der R+T in Stuttgart vorstellten – ein frühes, konkretes Beispiel für die oben beschriebene Produktpartnerschaft zwischen beiden Unternehmen.
Was kostet eine Stobag-Markise oder ein Lamellendach?
Genau wie bei Klaiber zeigt sich hier die deutlichste Schwäche im Marktvergleich: Eine öffentlich einsehbare Preisliste existiert bei Stobag nicht. Auf der offiziellen Website heißt es lediglich, dass sich Preise „ab Werk, exklusive Verpackung, Mehrwertsteuer und Transportkosten“ verstehen und stark von Größe und Individualisierungsgrad abhängen. Wer online nach einem Stobag BAVONA oder Ventosol sucht, landet ausnahmslos bei einem Kontaktformular oder dem Verweis auf die Fachpartnersuche.
Diese Zahlen aus dem Marktvergleich sind ausdrücklich keine Stobag-Preise, sondern eine Orientierung anhand vergleichbarer Produktkategorien anderer, in diesem Portal getesteter Hersteller. Für eine realistische Budgetplanung unabhängig vom Hersteller hilft unser Ratgeber Terrassendach Preise nach Größe.
Qualität aus Kundensicht: Bewertungen, Fachpartner-Stimmen und ein dokumentierter Reklamationsfall
Stobags Bewertungslage ist – anders als bei reinen Direct-to-Consumer-Marken – uneinheitlich und je nach Quelle unterschiedlich groß. Für den Hauptsitz Muri zeigt lokal.ch 4,4 von 5 Sternen aus 11 Bewertungen, während eine breitere Google-Auswertung über handwerker.ch auf 3,8 von 5 Sternen aus 77 Bewertungen kommt (Stand 2026, redaktionelle Auswertung über Drittanbieter-Verzeichnisse). Die deutsche Tochter STOBAG Alufinish GmbH in Wutöschingen sammelt auf ProvenExpert 4,20 von 5 Sternen aus 23 Google-Bewertungen – hier geht es allerdings primär um die Pulverbeschichtungssparte, nicht direkt um Endkunden-Erfahrungen mit Markisen. Die parallel geführte STOBAG Outdoor Living GmbH zeigt auf ProvenExpert zwar 5,0 von 5 Sternen, das beruht aber bislang nur auf einer einzigen Bewertung und ist damit statistisch kaum belastbar.
Anders als bei Marken mit großem Direktvertrieb liegt für Stobag kein umfangreicher, öffentlich zugänglicher Endkunden-Bewertungskorpus vor – die folgenden Stimmen kombinieren deshalb zwei dokumentierte Endkunden-Erfahrungen mit Fachpartner- und Herstellerstimmen, jeweils transparent gekennzeichnet.
„Wir haben ein Terrassendach von Stobag mit einer Fläche von 6x4 m, Beleuchtung in den Streben...und Markise über dem Glas."
Der Nutzer beschreibt im weiteren Threadverlauf, dass trotz warmer Sommer durch die Luftzirkulation kein Hitzestau auf der Terrasse entstand, und zieht sein Fazit mit den Worten „immer wieder“ – ein klarer Wiederkauf-Hinweis eines echten Endkunden. Auf die Nachfrage eines anderen Nutzers nach dem Preis blieb im Thread allerdings keine Antwort.
Dem steht ein deutlich kritischerer, ebenfalls dokumentierter Fall gegenüber. Der österreichische Verbraucherschutzverein VKI (konsument.at) berichtete 2018 über den Fall eines Kunden namens Walser, dessen 2008 gekaufte, motorisierte Kassettenmarkise 2017 einen Motorschaden erlitt:
„Es gab entgegen der ersten Auskunft des STOBAG-Technikers für die betreffende Markise gar keine Teile mehr."
Zur Positionierung der Marke selbst äußerte sich CEO Alain Michel öffentlich so:
„Stobag steht für 60 Jahre Expertise, Innovation, höchste Qualität und Lieferzuverlässigkeit."
Und auf Fachpartner-Seite formuliert es der Schweizer Vertriebspartner elsener storen AG bei der eigenen Aufnahme des Sortiments so:
„Ob Balkon oder Terrasse, ob Wintergarten oder Fassade – Stobag bietet als führender Schweizer Hersteller eine breite Palette an individuellen Beschattungssystemen für alle Anforderungen."
Diese letzten beiden Stimmen sind bewusst nicht als Endkunden-Zitate ausgegeben, sondern als das, was sie sind: eine Unternehmensaussage und eine Fachhändler-Einschätzung. Zusammen mit den zwei dokumentierten Endkundenfällen (positiv und kritisch) und den mehrfach unterschiedlichen Sterne-Werten ergibt sich ein Bild, das für eine primär über Fachpartner vertriebene Marke typisch ist: überwiegend positiv, aber mit dünnerem, verstreuterem öffentlichen Bewertungskorpus als bei großen D2C-Marken.
Vertrieb über mehr als 1.000 Fachpartner: was das für Sie bedeutet
Weltweit vertreiben laut Stobag mehr als 1.000 spezialisierte Storenbau-Fachbetriebe die Produkte, teils direkt als Stobag-Fachpartner, teils – wie im Fall Klaiber – über einen deutschen Kooperationspartner mit eigenem Markenauftritt. Für Kunden bedeutet das: Es gibt keinen Stobag-eigenen Online-Shop mit Festpreisen, keine Selbstkonfiguration mit Preisanzeige – jede Anfrage läuft über einen lokalen Partner, der Aufmaß, Beratung und Montage übernimmt.
Worauf Sie bei der Fachpartner-Auswahl achten sollten
Original vs. Kooperationspartner klären: Fragen Sie, ob Sie ein direktes Stobag-Angebot oder ein Klaiber-Angebot mit Stobag-Technik erhalten – beide sind grundsätzlich seriös, aber Vertragspartner und Ansprechperson im Servicefall unterscheiden sich.
Zertifizierung prüfen: Lassen Sie sich den Fachpartner-Status nachweisen, statt sich auf „Stobag im Sortiment“ zu verlassen.
Mehrere Angebote einholen: Da keine öffentlichen Preise existieren, sind zwei bis drei Vergleichsangebote der einzige verlässliche Weg, ein Angebot einzuordnen.
Wartung und Pflege von Stobag-Markisen und Lamellendächern
Aluminium-Lamellendächer wie BAVONA brauchen wenig, aber regelmäßige Pflege: Kontrollieren Sie mindestens einmal jährlich die integrierten Wasserableitungen in den Pfosten auf Laub- und Pollenrückstände, da eine verstopfte Ableitung bei Starkregen zu sichtbarem Rückstau führen kann. Textile Tücher bei Vivo, Resobox oder den Ventosol-Systemen sollten Sie nur im leicht feuchten, ausgefahrenen Zustand mit weicher Bürste und klarem Wasser reinigen – keinesfalls mit Hochdruckreiniger aus kurzer Distanz.
Bei ZIP-geführten Senkrechtmarkisen wie Ventosol lohnt sich eine jährliche Kontrolle der seitlichen Führungsschienen auf Verschmutzung, wie im Abschnitt zu Ventosol bereits beschrieben. Motorisierte Systeme sollten Sie einmal jährlich auf die korrekte Endlagen-Einstellung prüfen lassen, besonders nach einem harten Winter – und angesichts des oben geschilderten Ersatzteil-Falls empfiehlt es sich, kleinere Störungen frühzeitig statt erst bei Totalausfall vom Fachpartner prüfen zu lassen.
Für wen ist Stobag geeignet – und für wen nicht?
Stobag eignet sich gut für Bauherren, die ein technisch ausgereiftes, in der Schweiz entwickeltes Sonnenschutzprogramm mit nachweisbarer Designkompetenz (mehrfache Red-Dot- und German-Design-Awards) suchen und bereit sind, dafür über einen Fachpartner statt einen Online-Konfigurator zu gehen. Auch wer sich ohnehin für ein Klaiber-BAVONA-Angebot interessiert, profitiert von der jetzt klaren Einordnung: Die zugrundeliegende Technik stammt aus einer langjährigen, öffentlich dokumentierten Partnerschaft mit einem der größeren europäischen Sonnenschutz-Hersteller.
Weniger geeignet ist Stobag für Bauherren, die vor der ersten Anfrage bereits eine grobe Online-Preisorientierung erwarten – hier bleibt wie bei den meisten Fachpartner-Marken nur der Umweg über ein individuelles Angebot. Auch wer ausschließlich auf einen großen, einheitlichen Endkunden-Bewertungskorpus vertraut, wird bei Stobag – ähnlich wie bei Klaiber – eine dünnere und über mehrere Portale verstreute Datenbasis vorfinden als bei reinen D2C-Marken.
Stobag im Vergleich zu anderen Lamellendach- und Markisenherstellern
Im direkten Marktvergleich positioniert sich Stobag mit BAVONA technisch auf Augenhöhe mit anderen Premium-Lamellendach-Herstellern wie Renson: bis zu 160° schwenkbare Lamellen, Serienmotorisierung und optionale Verglasung sind auch dort Standard der jeweiligen Topmodelle. Der entscheidende Unterschied zu vielen reinen Terrassendach-Spezialisten liegt in der Fertigungstiefe und internationalen Aufstellung: Mit sechs eigenen Produktions- und Vertriebsstandorten in 18 Ländern ist Stobag deutlich breiter aufgestellt als regionale Anbieter.
Gegenüber dem deutschen Kooperationspartner Klaiber zeigt sich vor allem ein Unterschied in der Vertriebsstruktur: Klaiber verkauft ausschließlich über sein eigenes, rund 600 Fachpartner umfassendes deutsches Netz, während Stobag zusätzlich über eigene deutsche Tochtergesellschaften in Wutöschingen präsent ist. Bei der Markttransparenz – öffentliche Preise, einheitlicher Bewertungskorpus – liegen beide Marken dagegen ähnlich zurückhaltend. Wer sich grundsätzlich zwischen Lamellendach und klassischer Glasdach-Konstruktion entscheiden muss, findet Hintergrund in Lamellendach vs. Terrassendach Glas.
Checkliste: vor der Stobag-Anfrage prüfen
Aus meiner Beratungspraxis fehlen in den meisten Erstanfragen genau diese Punkte – klären Sie sie proaktiv im Gespräch mit dem Fachpartner:
- Handelt es sich um ein Original-Stobag-Angebot oder ein Klaiber-Angebot mit Stobag-Technik?
- Ist der Betrieb offizieller Stobag- bzw. Klaiber-Fachpartner, nachprüfbar über die jeweilige Fachpartnersuche?
- Liegen mindestens zwei bis drei Vergleichsangebote unterschiedlicher Fachpartner vor, da keine öffentliche Preisliste existiert?
- Reicht bei einem Terrassendach die Softtop-Variante BAVONA TP6100, oder ist ein echtes Hardtop-Lamellendach (TP6600/TP6800) nötig?
- Ist bei einer Wintergarten-Seitenbeschattung eine ZIP-geführte Lösung wie Ventosol technisch sinnvoll?
- Welche konkrete Garantiedauer und Ersatzteilzusage gilt für Konstruktion, Motor und Stoff getrennt?
- Ist für Ihr Bundesland und die geplante Größe eine Baugenehmigung oder Bauanzeige nötig?
Häufige Fragen zu Stobag
Wo hat Stobag seinen Firmensitz?
Die STOBAG AG hat ihren Hauptsitz am Pilatusring 1, 5630 Muri (Kanton Aargau), Schweiz, eingetragen im Handelsregister unter der UID CHE-105.965.425.
Seit wann gibt es Stobag?
Stobag wurde 1964 von Ernst Gremaud in Langnau-Gattikon bei Zürich gegründet und wird seit 2018 in dritter Generation von CEO Alain Michel geführt, einem Enkel des Firmengründers.
Ist Stobag insolvent oder in wirtschaftlichen Schwierigkeiten?
Nein. Bei der Recherche für diesen Test wurden keinerlei Hinweise auf Insolvenz, Konkurs oder Liquidation gefunden. Der deutsche Produktionsstandort in Wutöschingen wurde laut Handelsregisteränderung zuletzt im Februar 2024 erweitert.
Gehört Klaiber zu Stobag oder umgekehrt?
Nein. Klaiber und Stobag sind zwei rechtlich eigenständige Unternehmen mit einer seit mindestens 2009 öffentlich dokumentierten technischen Kooperation, unter anderem beim Lamellendach BAVONA. Eine Konzern-, Beteiligungs- oder Eigentümerbeziehung ist nicht belegt.
Hat Stobag eigene Standorte in Deutschland?
Ja. Die STOBAG Alufinish GmbH (Pulverbeschichtung) und die STOBAG Outdoor Living GmbH (Vertrieb) sind eigene Tochtergesellschaften der Stobag-Gruppe mit Sitz in Wutöschingen, Baden-Württemberg – unabhängig von der Kooperation mit Klaiber.
Was kostet ein Stobag BAVONA Lamellendach?
Stobag veröffentlicht keine Preisliste. Alle Produkte werden ausschließlich über Fachpartner mit individuellem Angebot verkauft – zur groben Orientierung hilft der Marktvergleich mit ähnlichen Produktkategorien anderer Hersteller in diesem Test.
Wie gut sind die Kundenbewertungen von Stobag?
Je nach Quelle liegen die Werte für den Hauptsitz Muri zwischen 3,8 und 4,4 von 5 Sternen (11 bis 77 Bewertungen, Stand 2026). Der öffentlich einsehbare Endkunden-Bewertungskorpus ist im Vergleich zu großen D2C-Marken dünn und über mehrere Portale verstreut.
Was ist der Unterschied zwischen BAVONA Softtop und Hardtop?
Softtop (TP6100) nutzt ein textiles Falttuch, Hardtop (TP6600/TP6800) hat bis zu 160° schwenkbare Aluminiumlamellen. Nur die Hardtop-Variante bietet ein geschlossenes, wasserdichtes Dach mit Serienmotorisierung.
Fazit: Lohnt sich Stobag?
Stobag ist ein seit 1964 gewachsenes, heute in dritter Generation familiengeführtes Schweizer Unternehmen mit belastbarer Größe (750 Mitarbeitende, sechs Standorte, 18 Länder) und einer nachweisbaren Design- und Technikkompetenz – sichtbar an mehrfachen Red-Dot- und German-Design-Awards für BAVONA, VIVO und VETRO FINO. Für deutsche Bauherren ist die Marke gleich doppelt präsent: über eigene Tochtergesellschaften in Wutöschingen und über die seit mindestens 2009 dokumentierte, aber rechtlich eigenständige Partnerschaft mit Klaiber.
Meine konkrete Empfehlung aus über 15 Jahren Beratungspraxis: Stobag beziehungsweise ein BAVONA-Angebot über Klaiber lohnt sich vor allem, wenn Sie technisch anspruchsvolle Lamellendach- oder Vertikalbeschattungslösungen suchen und bereit sind, den fehlenden Preis-Transparenz-Nachteil durch mehrere eingeholte Vergleichsangebote auszugleichen. Klären Sie vor der Unterschrift explizit, ob Sie ein Original-Stobag- oder ein Klaiber-Angebot vor sich haben, und fragen Sie aktiv nach der zugesicherten Ersatzteilversorgung – der dokumentierte Reklamationsfall aus dem Jahr 2018 zeigt, dass genau hier nach vielen Betriebsjahren Reibung entstehen kann.
Unterm Strich bleibt Stobag eine Marke mit solider industrieller Basis und international anerkannter Designkompetenz, deren größte Hausaufgabe für Interessenten die eigene Recherche vor Ort bleibt: Ohne öffentliche Preise und mit einem vergleichsweise dünnen, verstreuten Bewertungskorpus führt an einem persönlichen Termin beim Fachpartner und mehreren Vergleichsangeboten kein Weg vorbei.
Modelle & Preise
Stobag ist ein 1964 von Ernst Gremaud in Langnau-Gattikon gegründetes, bis heute familiengeführtes Schweizer Unternehmen in dritter Generation (CEO Alain Michel, seit 2018) mit Hauptsitz in Muri/Aargau und rund 750 Mitarbeitenden an sechs Standorten in 18 Ländern. Das Programm reicht von der Gelenkarmmarkise VIVO über die Vertikalbeschattung VENTOSOL bis zum Lamellendach BAVONA und der Großflächen-Kassettenmarkise RESOBOX. In Deutschland ist Stobag über eigene Tochtergesellschaften in Wutöschingen sowie über den seit mindestens 2009 dokumentierten, aber rechtlich eigenständigen Kooperationspartner Klaiber präsent. Google-Verzeichnisse zeigen für den Hauptsitz Muri je nach Quelle zwischen 3,8 und 4,4 von 5 Sternen (Stand 2026). Eine öffentliche Preisliste existiert nicht.
Foto: Foto: StobagSTOBAG BAVONA (Softtop TP6100 / Hardtop TP6600 / TP6800)
BAVONA ist Stobags Flaggschiff-Terrassendach in zwei Grundvarianten: Softtop (TP6100) mit textilem Falttuch für ein leichteres, mediterranes Erscheinungsbild, und Hardtop (TP6600/TP6800) mit bis zu 160° schwenkbaren Aluminiumlamellen, Serienmotorisierung, optionaler LED-Beleuchtung und optionaler Seitenverglasung. Baugleich benannte Modelle finden sich beim deutschen Kooperationspartner Klaiber, mit dem Stobag seit mindestens 2009 dokumentiert technisch zusammenarbeitet.




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