Thermische Trennung
Thermische Trennung bezeichnet Isolierstege aus Kunststoff, die ein Aluminiumprofil in eine innere und eine äußere Schale teilen und den direkten Wärmefluss unterbrechen. Üblich ist glasfaserverstärktes Polyamid, das Wärme rund 500-mal schlechter leitet als Aluminium. Ohne thermische Trennung ist ein beheizter Wintergarten weder energetisch zulässig noch tauwasserfrei zu betreiben.
Aluminium ist der ideale Werkstoff für Wintergartenprofile: schlank, tragfähig, wartungsarm, formstabil. Es hat allerdings eine Wärmeleitfähigkeit von 160 W/(mK) und wirkt damit als perfekte Wärmebrücke. Ein durchgehendes Aluminiumprofil transportiert die Raumwärme praktisch ungebremst nach außen — und die Kälte nach innen.
Die Lösung ist die thermische Trennung: Innen- und Außenschale des Profils werden nicht direkt verbunden, sondern über eingerollte oder eingeschobene Isolierstege. Üblich ist glasfaserverstärktes Polyamid, meist PA 6.6 mit rund 25 % Glasfaseranteil. Dessen Wärmeleitfähigkeit liegt bei etwa 0,30 W/(mK) — das Verhältnis zu Aluminium beträgt grob 500 zu 1. Optimierte Stege mit Schaum- oder Hohlkammerstruktur kommen auf 0,18 bis 0,21 W/(mK). Berechnet wird der resultierende Rahmenwert nach DIN EN ISO 10077-2; die mechanische Verbundfestigkeit der Stege regelt DIN EN 14024.
Für den Bauherren ist das kein Detail, sondern eine Kategorie-Entscheidung. Nicht thermisch getrennte Profile sind die Standardbauweise für den Kaltwintergarten und dort völlig in Ordnung. Für einen beheizten Wohnwintergarten sind sie ungeeignet: Der Uf-Wert reicht nicht aus, um die energetischen Bauteilanforderungen einzuhalten, und die Profilinnenseiten werden im Winter so kalt, dass an ihnen zuverlässig Tauwasser ausfällt — inklusive der Schimmelbildung, die daraus folgt.
Worauf Sie achten sollten: Die Formulierung „thermisch getrennt" allein sagt nichts über die Qualität. Entscheidend sind die Stegbreite in Millimetern und der ausgewiesene Uf-Wert des Profils. Angebote nennen gern nur den Ug-Wert der Verglasung, weil der besser aussieht — verlangen Sie zusätzlich Uf und den daraus resultierenden Uw-Wert des kompletten Elements. Das ist der Wert, den der energetische Nachweis später prüft.
Nachrüsten lässt sich die thermische Trennung übrigens nicht. Sie ist Teil des Profilquerschnitts und wird im Werk eingerollt — wer einen Kaltwintergarten mit einfachen Profilen gebaut hat und ihn später beheizen möchte, muss die gesamte Konstruktion ersetzen. Das ist der wirtschaftlich wichtigste Grund, die Nutzungsfrage vor dem Kauf ehrlich zu beantworten statt sie zu vertagen.
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